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23. Oktober 2007

Rundfunkgebühren: Österreich im europäischen Mittelfeld
Studie zeigt hohes Bewusstsein für Rundfunkgebühren

182,16 Euro erhält der ORF als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt jährlich pro Rundfunkteilnehmer für seine TV- und Radioprogramme. Damit liegt Österreich im europäischen Vergleich im Mittelfeld. Am meisten zahlt man in Dänemark (288,48 Euro) und der Schweiz (285 Euro), am niedrigsten ist die Abgabe an die Landesrundfunkanstalt in der Tschechischen Republik (72 Euro). Das ergab ein Vergleich unter den Mitgliedsländern der BFA Broadcasting Fee Association, dem Dachverband von 11 europäischen Rundfunkgebührengesellschaften, sowie Israel und Südafrika.

„Wir haben bei diesem Vergleich nur berücksichtigt, was die jeweilige Rundfunkanstalt an Gebührengeldern erhält“, so Ing. Jürgen Menedetter, Präsident der BFA und Geschäftsführer der österreichischen GIS Gebühren Info Service GmbH. Damit relativiert sich die oft kolportierte Behauptung, dass Österreich in Sachen Rundfunkgebühren zu den teuersten Ländern Europas gehöre: „Es ist zwar richtig, dass die jährlich zu bezahlende Gesamtsumme rund 243 Euro beträgt, aber davon wird der ORF nur zu zwei Drittel finanziert“, so Menedetter. „Der Rest sind Abgaben an Bund und Länder, wie der Kulturförderungsbeitrag oder die Landesabgabe. Diese Verquickung mehrerer Gebühren gibt es in kaum einem anderen Mitgliedsland der BFA. Ein seriöser Vergleich der Höhe der Gebühren, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zufließt, muss daher auf Basis der ihnen tatsächlich zufließenden Gelder geschehen.“ So erhält der ORF von den 668 Millionen Euro Transaktionsvolumen der GIS (2006) knapp 463 Millionen, während dem Schweizer Fernsehen knapp 694 Millionen Euro zufließen, dem Dänischen Rundfunk rund 385 Millionen, oder dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland 7,3 Milliarden Euro über Gebührenzahlungen zukommen.

Europaweite Schwarzseherquote: sieben Prozent


Europaweit liegt die durchschnittliche Schwarzseherquote bei sieben Prozent, in Österreich bei drei. Ebenfalls unter dem europäischen Schnitt liegt die Quote in der Schweiz (4,10 %), Großbritannien (4,7%), Tschechien (6%) und Dänemark (6,16%). Deutlich über dem Schnitt liegen Schweden (11%), Norwegen (11,5%), Irland (15,1%) oder Italien (23%).

Menedetter: „Mit diesem europaweiten Vergleich gibt es einen guten Überblick über das Rundfunkgebührenmanagement in den einzelnen Länder.“

Zielsetzung der BFA Broadcasting Fee Association ist es u.a., durch einen regelmäßigen internationalen Erfahrungsaustausch zu einer Verbesserung des Gebührenmanagements beizutragen und die unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Ländern transparent darzustellen. Auch die technologischen Entwicklungen gilt es zu beobachten, Auswirkungen auf das System des öffentlich-rechtlichen, gebührenfinanzierten Rundfunks zu evaluieren und für Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft aufzubereiten.

Zu den Mitgliedern der BFA gehören die Gebührengesellschaften von Dänemark, Deutschland, Finnland, Großbritannien, Irland, Israel, Italien, Österreich, Norwegen, Schweiz, Schweden und Tschechien, sowie seit dem Sommer 2007 Südafrika.

Österreich: 69% wissen, dass ORF nur einen Teil der Gebühren erhält


Eine im Auftrag der GIS durchgeführte Meinungsbefragung zu den Rundfunkgebühren ergab, dass 69% der Befragten (Grundgesamtheit: 1000 Telefoninterviews) wissen, dass der ORF nur einen Teil der eingehobenen Gebühren erhält. Neun von zehn Österreichern wissen, dass man die Gebühr entrichten muss, wenn man ein Rundfunkempfangsgerät besitzt – unabhängig davon, ob man es benutzt oder nicht. Ebenso wissen 68%, dass Rundfunkgeräte an Zweitwohnsitzen ebenfalls meldepflichtig sind. Und mehr als 70% wissen, dass Gebührenpflicht auch bei Kabel- bzw. Satellitenempfang besteht.

GIS Geschäftsführer Jürgen Menedetter: „Diese Werte zeigen uns, dass die Entscheidung im Jahr 2000, auf Information statt Kontrolle zu setzen, genau richtig war. Die intensive Informationspolitik der GIS hat immerhin dazu geführt, dass Österreichs Schwarzseherquote mit drei Prozent europaweit am niedrigsten ist.“

So hat die Meinungsbefragung auch ergeben, dass sich 41% spontan an die GIS Kampagnen mit dem sprechenden Fernsehapparat erinnern können. Knapp die Hälfte bewerteten die laufende Kampagne mit „sehr gut“ oder „eher gut“. Sie wird als klar, verständlich, einprägsam und auffallend beschrieben.

Downloads


Registrierte Rundfunkteilnehmer (Radio und Fernsehen) in Europa, inkl. Befreite (öffnet in neuem Fenster)

Schwarzseher (in Prozent) in Privathaushalten (öffnet in neuem Fenster)

Jährliche Gebühr für die Rundfunkanstalt (in Euro) (öffnet in neuem Fenster)

Voraussetzungen für Gebührenzahlung (öffnet in neuem Fenster)

Ing. Jürgen Menedetter, Geschäftsführer der GIS (öffnet in neuem Fenster)

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